Recherche-Roadtrip am Rhein

Ein Wochenende, zwei Erwachsene, drei Länder, vier Kinder.

Für meinen Roman, der voraussichtlich im Frühjahr nächsten Jahres bei Diederichs erscheinen wird, war ich gerade auf meiner ersten Recherchereise.

Meine Hauptfiguren machen einen Roadtrip am Rhein entlang, und ich bin ihren Spuren gefolgt. Beziehungsweise: Ich habe Spuren gemacht, denen sie folgen, oder welche gesucht, die sie erst noch hinterlassen werden. Beim Schreiben eines Romans verliert die Zeit ihre Beharrlichkeit auf eine Richtung.
Wie lange läuft man vom Lindauer Hauptbahnhof zur Hafenweihnacht (1 Minute), wie kriegt man einen dramatischen Abgang in der Stadt hin (schwingende Messingtüren in ehrwürdiger Bahnhofshalle), wo parkt man, um den Rheinfall von Schaffhausen zu erleben und in welcher Währung zahlt man die Parktickets überhaupt (gebührenpflichter Parkplatz außerhalb der Stadt/ Schweizer Franken) und was stellt man eigentlich an, wenn man ein paar Tage in einem kleinen Städtchen namens Breisach gestrandet ist, das sich selbst Europastadt nennt (Tja. Vielleicht schaut man sich einen Kinderfilm in dem winzigen Lichtspielhaus Engel an, läuft mal eben nach Frankreich rüber, spaziert am Rheinufer entlang oder schaut Youtube-Videos im Hotelzimmer)?

Solchen Fragen bin ich nachgegangen, im Gepäck ein Zwillingskinderwagen, Unmengen an Keksen, Schokobons, Milchbrötchen, Hörspielen und natürlich Kinderbüchern. Denn meine Familie hat mich überall dorthin begleitet, wo ich zielstrebig vorausgegangen bin, um einen Blick hineinzuwerfen und eine Stimmung einzufangen: In Hotels (Basel), Kunstcafés (Lindau), Gartenlauben (Basel), auf Bahnhofsvorplätze (Lindau), durch den Regen (Breisach) und sogar durch den Schnee (im Schwarzwald).

 

 

Es war spannend  und schön und natürlich auch anstrengend. Aber wer ein Kind hat oder zwei oder drei oder, so wie wir, vier, der kann sich das schon denken.

Meine Protagonisten werde ich noch weiterschicken, den Rhein entlang, bis hoch nach Koblenz, vielleicht sogar Köln. Wir werden ihnen folgen. Und ihnen vorausgehen.

Für meinen nächsten Roman wähle ich dann vielleicht als Setting die Transsibirische Eisenbahn, den Kilimandscharo oder einfach eine kleine Urlaubsinsel im Meer. Man soll das Nützliche stets mit dem Schönen verbinden!

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