Presse und Kritiken

Buchempfehlungen und Kritiken zu „Die letzte Falschenpost“

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Interview und Rezension auf Radio M94.5

Rezension: https://www.m945.de/die-letzte-flaschenpost/
Interview: https://www.m945.de/annika-kemmeter-im-interview/

Zeitungsartikel erschienen in der SZ am 25.04.2020

„Geschliffenes Schreiben

Im Diederichs Verlag erscheinen zwei Romandebüts aus der Münchner Autorengruppe Prosathek

Die andauernde Zwangsisolation entpuppt sich für viele Menschen als eine Art Selbsterfahrung. Auch wenn es um den Buchmarkt gerade eher schlecht bestellt ist, hätte Alexander Wachters Debütroman „Am Ende bin ich“ in diesem Sinne kaum zu einem besseren Zeitpunkt erscheinen können. Denn auch Luca, Protagonist dieser textgewordenen Sinnkrise, sieht sich plötzlich mit dem Mysterium seines Selbst konfrontiert. „Ich verstehe mich immer weniger, je länger ich über mich selbst nachdenke“, gesteht Luca seinen Freunden.

Dabei erweckt „Am Ende bin ich“ zunächst den Anschein einer gewöhnlichen Liebestragödie. Luca verliebt sich in Aurora, Aurora sich vermeintlich auch in ihn. Die beiden verbringen ein paar glückliche Wochen, tauchen im Starnberger See, radeln die Isar entlang. Doch dann geht Aurora fremd. Der Vertrauensbruch lässt Luca nicht nur mit einem gebrochenen Herzen zurück, sondern auch mit dem Gefühl, sich selbst gar nicht zu kennen. Er stürzt sich von einer Affäre in die nächste. „Ariadne“, „Bernhard“ und „Janis“ heißen seine wechselnden Sexualpartner, wie auch die Kapitel im Buch. Und so kurz wie diese Kapitel sind auch diese Begegnungen. Auf seiner Flucht vor sich selbst verliert Luca unversehens Schicht um Schicht seine Masken. Lernt seine Ängste, seine Bedürfnisse, seine Sexualität, ja sogar seine Geschichte neu kennen.

Mit seinen Texten wolle er „einen Denkprozess, ein Umdenken beim Leser auslösen“, sagt Wachter. Er hoffe, dass bei der Lektüre von „Am Ende bin ich“ auch die Leser „schrittweise erkennen, wie sie ticken“. Solch eine Selbsterkenntnis, ein Umdenken hat es jüngst auch bei Wachter selbst gegeben. Eigentlich wollte er einmal Lektor werden. 2015 kam der gebürtige Österreicher deshalb nach München. Studierte an der Ludwig-Maximilians-Universität zunächst Germanistik und Informatik. Später wechselte er zur Anglistik. Geschrieben habe er schon immer gerne, sagt Wachter. Den Workshop für kreatives Schreiben, den er dann 2016 an der LMU besuchte, bezeichnet er heute als „großen Glücksgriff“. Denn dort lernte er zwei Mitglieder der Autorengruppe Prosathek kennen, die sich zuvor ebenfalls aus einem Schreibworkshop entwickelt hatte. Wachter stieg bei Prosathek ein. Das gemeinsame Arbeiten, den Austausch, das Feedback aus den Schreibworkshops will man dort dauerhaft fortführen.

„Wir versuchen das Schreiben wie eine Art Werkzeug zu sehen“, sagt Wachter, „benutzt du es nicht, rostet es ein, gibst du allerdings ständig Input, schleifst du dein Werkzeug“. So wird bei Prosathek ständig geschrieben, redigiert, „fein geschliffen“, wie Wachter sagt. Jeden Freitag erscheint ein solcher Text auf dem Blog von Prosathek. Mal sind sie humorvoll, mal traurig, mal regen sie zum Nachdenken an. Kurz sind sie immer, haben die richtige Länge, „um innerhalb einer durchschnittlich langen Fahrt mit einem öffentlichen Verkehrsmittel gelesen zu werden“, wie die Gruppe verspricht. Als die Verlagsleitung des Diederichs Verlags Prosathek das Angebot unterbreitete, ihre Romane zu verlegen, reichte Wachter relativ schnell sein Konzept ein. „So etwas kommt so gut wie nie vor, das ist großes Glück“, betont Wachter. Entstanden ist „Am Ende bin ich“ dann in relativ kurzer Zeit, sagt er, in acht Monaten. Der Qualität dieser Persönlichkeitsstudie, die dennoch erfrischend leicht erzählt ist, tut das allerdings keinen Abbruch. Vom ehemaligen Traumberuf Lektor hat sich Wachter erst einmal verabschiedet. Fortan wolle er sein Leben dem Schreiben widmen, sagt er. Zurecht, denn „Am Ende bin ich“ überzeugt als Debütroman.

So wie „Die letze Flaschenpost“ von Wachters Prosathek-Kollegin Annika Kemmeter. In ihrem Romandebüt erzählt sie von Janis, der sich in Angelina, die Enkelin des von ihm verehrten Dichters Otto Maaßen, verliebt. Vor seinem Tod schickt Maaßen einen letzten Gedichtzyklus als Flaschenpost in die Welt. Die Jagd nach den Flaschen führt Angelina und Janis nicht nur in verschiedene Städte entlang des Rheins, sondern auch zu einem dunklen Familiengeheimnis. Über Kemmeter sagt Wachter: „Sie ist das Zugpferd unserer Gruppe.“ Einer Gruppe, von der man mit Sicherheit auch in Zukunft noch viel erwarten darf.

Alexander Wachter: „Am Ende bin ich“, Diederichs, 224 Seiten, 18 Euro; Annika Kemmeter: „Die letzte Flaschenpost“, Diederichs, 256 Seiten, 18 Euro“

© SZ vom 25.04.2020

 

Literaturkritik zu „Die letzte Flaschenpost“ von Freundederkuenste.de vom 24.04.2020

https://www.freundederkuenste.de/aktuelles/reden-ist-silber/einzelansicht/artikel/es-muss-nicht-immer-weltliteratur-sein/


Leserstimmen zum Roman „Die letzte Flaschenpost“

Vampir 989 auf Amazon:

„Ich habe Angelina und Janis auf der Suche nach den mysteriösen Flaschenposten begleitet.Dabei gab es immer wieder unvorhersehbare Wendungen und Ereignisse.Dadurch blieb es durchweg einfach interessant.Zu keiner Zeit wurde mir langweilig.Toll fand ich auch die witzigen und angenehmen Dialoge zwischen Janis und Angelina.Aber es gab auch viele Dinge in dieser Geschichte die mich zum Nachdenken angeregt haben.Da ging es um Vergebung,Schuld,Ehrlichkeit und Vertrauen.Geschickt hat die Autorin dies in die Handlung eingebaut.Fasziniert haben mich auch die ansprechenden und bildhaften Beschreibungen der einzelnen Schauplätze.Ich sah den Rhein förmlich vor meinen Augen.So hatte ich das Gefühl selbst an diesen Orten zu sein und alles mit zu erleben.Am liebsten hätte ich gleich meine Koffer gepackt und wäre dorthin gefahren.Es gab so viele Fragen und alle wurden Stück für Stück beantwortet.Viel zu schnell war ich am Ende des Buches angelangt.Ich hätte noch ewig weiter lesen können.Das Finale mit einem Liebes-Happyend fand ich sehr gelungen.

Auch das Cover finde ich sehr gut gewählt.Es passt perfekt zu dieser Geschichte.Für mich rundet es das brillante Werk ab.

Ich hatte viele unterhaltsame Lesestunden mit dieser Lektüre.Natürlich vergebe ich glatte 5 Sterne .“


Chrissa auf Lovelybooks:

„Der Schreibstil als auch der Inhalt hat mich wirklich berührt und beeindruckt! Ich hatte einige spannende Lesestunden und ich kann dieses Buch wirklich nur weiterempfehlen ! Es hat mir wirklich großen Spass gemacht, dieses Buch zu lesen und zu rezensieren!
5 Sterne !“

Alexander auf Amazon:

„Annika Kemmeters Buch hat mich eiskalt erwischt. Die Thematik der Flaschenposten klang für mich grundlegend interessant, ich erwartete allerdings nicht, wie sehr mich dieser Roman emotional packen würde. Die Charaktere der Handlung weisen eine Vielschichtigkeit auf, wie ich sie nur von wenigen Büchern bislang kenne. Immer wieder stellt die Autorin Situationen und Thematiken dar, die mich über mein eigenes Leben nachdenken ließen. Nicht selten hielt ich nach einem Absatz inne und reevaluierte die Beziehung zu meinen Eltern oder gar die Beziehung zu meiner Partnerin. Die Themen Ehrlichkeit und Schuld sowie Verständnis und Vergebung durchziehen das ganze Buch und bleiben auch jetzt bei mir, nachdem ich den Buchdeckel geschlossen habe.

Ich freue mich darauf, noch viele weitere Meisterwerke dieser jungen Autorin zu lesen und hoffe, dass das nächste Buch nicht allzu lange auf sich warten lässt.“


Weitere Interviews, Zeitungsartikel und Kritiken:

Zeitungsartikel zur Annika Kemmeters Lesung in Bermbach am 04.03.2017 (erschienen am 06.03.2017) Link
Interwiew mit Annika Kemmeter (erschienen am 28.02.2017) Link
Kritik zu Nichts Dramatisches von Academic World  (erschienen am 19.01.2017)
Kritik zu Nichts Dramatisches von Neon Wilderness (erschienen am 26.01.2017)

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