Mein Roman auf der Tolino Longlist

Er ruht schon ein paar Jahre in der metaphorischen Schublade, mein Jugendroman „Cara und die Erdkraken“. Zwischen seine Fertigstellung und seine Veröffentlichung sind  – hups! – meine vier reizenden Kinder gerutscht. Aber zum Glück habe ich gute Freunde und Kollegen, die mich auf den Schreibwettbewerb von Tolino und Impress vom Carlsen Verlag aufmerksam gemacht haben. Da konnte ich den Roman kurzerhand hochladen und schauen, was passiert.
Jetzt die erste Nachricht: Er ist in die Longlist gekommen, hat 150 Romane ausgebootet und ist jetzt unter den letzten 30! Da huscht mir doch immer wieder ein stolzes Lächeln übers Gesicht.
Schön! Die liebe Cara und ihre beiden Freunde, die durch ein dummes Missgeschick mitten in den Turbulenzen des Erwachsenwerdens machtgierige Erdkraken zum Leben erweckt haben, tauchen also nun selbst aus der Dunkelheit der Schublade auf, um die Welt zu erobern. Ich drücke ihnen die Daumen, dass sie nicht nur durch die Köpfe der Jury-Mitglieder geistern, sondern bald auch durch die jüngerer Leser, für die ich Cara und die Erdkraken geschaffen habe.

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Von Mandarinen, Zwillingen und Weihnachtskrimis

Meine Zwillinge sind endlich da! Neun Tage nach ihrem Termin haben sie sich notgedrungen bereit erklärt, den riesigen Bauch zu verlassen, den sie sich in den vergangenen neun Monaten geschaffen hatten.
Das hat nun viele Vorteile. Zum Beispiel kann ich ein Stückchen Mandarinenschale, das mir in meinem vorweihnachtlichen Mandarinenwahn hinabgefallen ist, jetzt auch wieder aufheben. Zuvor hatte ich es auch versucht, doch da hatte mich die Wucht meines medizinballschweren, gymnastikballgroßen Zwillingsbauchs zu Boden gezogen und ich habe da gelegen, auf dem Stück Mandarinenschale, und musste warten, bis mein Mann mich mit Hilfe unserer Nachbarn wieder auf die Beine gezogen hatte.
Jetzt könnte ich also die Mandarinenschale aufheben, kein vollmondartiger Vorbau könnte mich noch daran hindern, allerdings ist es mit zwei Babys in den Armen nun unmöglich geworden, die Mandarine überhaupt erst zu schälen.
Sie sind nun endlich da, und es sind… Trommelwirbel… wir mussten uns nämlich notgedrungen, was die Geschlechter angeht, überraschen lassen… Trommelwirbel… zwei knuffige, goldige Buben geworden. Gesamtgewicht: 6730 Gramm, Plazenten, Fruchtwasser etc. nicht einberechnet. Netto. Sozusagen. Willkommen meine Herzchen!
Kaum sind die Zwillinge auf der Welt ist meine Lethargie aus „Sie werden niemals kommen, ich warte jetzt schon knapp vier Wochen, dass sie täglich kommen“ und aus „Ich kann mich nicht mehr bewegen, ächz…“ davongeblasen und ich nutze die ersten Minuten, in denen die beiden schlafen (auch wenn ich selbst nächtlich nur 2 Stunden Schlaf bekomme) dazu, na? Was? Natürlich zu schreiben. Was kleines, aber ich bin froh und stolz, dass mein Text es trotzdem ins Rhein-Main-Wochenblatt geschafft hat.
Es ist das letztes Kapitel eines Weihnachtskrimis. Mein Schluss hat die Redaktion überzeugt – juhu! – und ich habe Karten für die Show „Männerabend“ geschenkt bekommen. Vielen Dank! 😀
Bleibt nur noch die Frage, wer dann auf meine vier Kinder aufpasst. Freiwillige sind dazu aufgerufen, sich zu melden!
Nachdem dieses Update in einem mehrstufigen Prozess entstanden ist, unterbrochen von Stillen, Wickeln, Wickeln, Umziehen, Bett-neu-Beziehen, Bäuerchen-Hervorlocken, Tragen und Tragen, werde ich mich nun wieder den lieben Kleinen widmen, die auf der Couch liegen und schon nach mir rufen.
Langweilig ist das Leben schon mal nicht!

Interview im Bücherstadt Kurier

Einmal durch die Bücherstadt schlendern und sich am Stadtgespräch beteiligen. Durch die Bücherstadt mit ihren nostalgischen Gässchen und windschiefen Häusern, die aus einem gezeichneten Buch entspringen…
Ich habe es getan, in der Fantasie oder virtuell – das bleibt der Romantikskala jedes einzlenen überlassen – , und zwar zusammen mit meinen Co-Autoren Arina Molchan, Lydia Wünsch, Verena Ullmann und Victoria B. Das Stadtgespräch drehte sich rund um unsere Anthologie Nichts Dramatisches und darum, wie man als Autorengruppe mit so vielfältigen Interessen ein gemeinsames Buch herausbringen kann.
Alle Fragen und Antworten findet ihr im Bücherstadt Kurier: 10 Fragen an die Prosathek

Leonhard und Ida Wolf-Gedächtnispreis 2017

Meine Freundin und Co-Autorin der Prosathek, Verena Ullmann, freut sich riesig über den Leonhard und Ida Wolf-Gedächtnispreis, mit dem sie von der Stadt München für ihr Lyrikprojekt Wedafest ausgezeichnet wurde. Ich freue mich auch für sie und bin mächtig stolz!

Die Jurybegründung:

„Verena Ullmann hat mit „Wedafest“ einen Gedichtzyklus vorgelegt, den sie selbst als „inneren Wetterbericht“ einer Beziehung bezeichnet, die von der Begegnung, dem Zusammenfinden, bis zu Trennung und Verarbeitung verläuft. 24 Gedichte mit einem doppelten Du, das sowohl Anrede als auch Selbstgespräch ist. Es sind knappe, karge, aber sehr genau komponierte Gedichte, für die Verena Ullmann die niederbayerische Mundart gewählt hat.
Das Erstaunliche an diesen Mundart-Gedichten ist, dass sie ohne jede Butzenscheiben-Behaglichkeit auskommen. Die Autorin selbst findet in der Mundart einen „Rückzugsort“, mit der sie das Liebesgedicht verfremden kann. Aber es ist ihr deutlich mehr gelungen. Sie nutzt die Traditionen volkstümlicher Lyrik in ihrer Lakonik und Schlichtheit, belebt die kindlichen Rhythmen des Strophenliedes, um auf sehr leise und intime Weise von dem Liebeserlebnis zu erzählen, es zu befragen und alle emotionalen Farben zu zeigen. Das ist originell, in hohem Maße eigenständig und sprachlich gelungen.“

Am Freitag, den 29 September 2017, findet um 19 Uhr im Literaturhaus München (Salvatorplatz 1) die Preisverleihung mit Lesung aller diesjährigen Literaturstipendiaten statt.

Eintritt frei! 

(Bitte um kurze Zusage an katrin.dirschwigl@muenchen.de)

Schlaflos überall

Es ist vier Uhr nachts. Die Familie schläft. Mein Mann, mein Sohn, meine Tochter, ich. Nur zwei Wesen treiben unter meiner Bettdecke ihr Unwesen, stellen sich einem Boxkampf, kämpfen um neue, bessere Positionen: Die kommenden Zwillinge. Ich wache auf. Hat sich schon mal jemand gefragt, wie sich eigentlich die Ringarena nach einem Boxkampf fühlt? Die Matte durchgetrampelt, die Seile gedehnt und gezerrt. Dabei wollte sie einfach nur schlafen. Sich erholen für den kommenden Tag. Und ich denke: Wann, wenn nicht jetzt, sich elegant und lautlos aus dem Bett wuchten zum Laptop schleichen und endlich wieder bloggen? Um vier Uhr ist die Wahrscheinlichkeit, nicht abgelenkt zu werden, ziemlich hoch. Die Schwärze der Nacht wiegt mich in ein Gefühl von Heimlichkeit, in der ich alles, was mich bewegt, intim mit dem Leser dieses Blogs teilen kann:

  • Ich fühle mich wie eine volle Wassertonne, habe aber Spannung eines zusammengerollten Teppichs.
    Körperspannung einer Schwangern
    Körperspannung einer Schwangern

    Seit wann gibt es bitte Zwillinge in unserer Familie? Wenn sie kommen, werde ich vier Kinder unter fünf haben. Aber das wird selbstverständlich keine Auswirkungen auf meine literarische Tätigkeit haben 😉 (Reden wir in einem Jahr nochmal)

  • Die Wohnung ähnelt einem leeren Bienennest. Der Bücherschrank ist ein Wabenblock ohne Honig, ohne Bienenbabys. Ein paar vereinzelte Bienenleichen in Form von Sachbüchern über Schwangerschaft und Erziehung und Steuerordnern sind noch übrig.Waben und Bienen Der Rest ist schon in Kartons gepackt und in das neue Haus gezogen, das gerade noch renoviert wird. Die Wohnung wird weiter und tiefer ausgehölt, bis auch die letzten verschwinden werden: Wir.
    Natürlich nur, um in unser neues Zuhause umzuziehen, das sechs menschlichen Lebewesen Platz bietet. (Was ich von unserer aktuellen Dreizimmerwohnnung nicht behaupten kann…)
  • In stiller Trauer und in liebevollem Gedenken: Lebt wohl, Daten meiner Festplatte. Mitte Juli 2017 sind sie von mir gegangen: meine Bilder, Videos (beides natürlich völlig unwichtig) und vor allem: meine Texte und Gedichte. Aus dem Nichts sind sie gekommen, ins Nichts werden sie gehen.
    (Auferstehung ist wohl möglich, wir warten auf die Ergebnisse genialer Informatik-Genies, die in sterilen, vakuumierten Räumen mit der Akrebie heiliger Pillendreher die Festplatte untersuchen.)

    Versuch einer Auferstehung
    Versuch einer Auferstehung

Genug von dem privaten, unwichtigen Geplänkel!

  • Schlaflos ist das Motto! Vor ein paar Tagen erschien im August ein sehr hübsches Bändchen mit Kurzgeschichten. Herausgegeben vom Ellington Hotel Berlin. Der Titel: „Schlaflos im Ellington. Volume 3“ Genau mein Fall, könnte man meinen. Tatsächlich habe ich die Ehre zu den 10 Gewinnern des Kurzgeschichtenwettbewerbs zu gehören.
    Die Geschichten sind amüsant, nachdenklich, spannend – jede auf ihre Art fesselnd. Dazu gibt es liebevolle Illustrationen. Das Buch ist als hardcover gebunden, schmiegt sich geschmeidig in die Hand und gibt seinen Erlös zur Hälfte an die Tafel ab. Alles in allem eine sehr feine Sache. Ich freue mich, dazuzugehören.

Lesung im Mainzer Hugendubel

Am vergangenen Freitag habe ich mit der Prosathek unser aktuelles Werk „Nichts Dramatisches“ vorgestellt. Es war ein sehr schöner Abend mit einem sehr aufmerksamen Publikum. Uns hat es viel Spaß gemacht, vor allem die Diskussion im Anschluss. Hier sind ein paar Eindrücke:

Schreibgruppe Prosathek kommt nach Mainz

Werden wir die Trennung überstehen? Ich zog aus München weg von der Prosathek nach Mainz, in meine Heimatstadt, und machte mir Sorgen, ob wir eine Fernbeziehung schaffen würden. Aber die Prosathek ist stark. Sie ist offen, sie ist geil!
Was ist eigentlich die Prosathek? Sie ist eine Gruppe junger Autoren. Sie ist eine Gruppe junger Menschen, die leidenschaftlich gerne schreiben, auch wenn sie eigentlich anderes zu tun hätten. Menschen, die übermäßig viel lesen und loben und kritisieren und Änderungsvorschläge machen, damit jeder von uns immer besser wird. Eine Gruppe junger Menschen, die die viele Arbeit auf sich nehmen, eine Homepage zu betreiben, auf der jeden Freitag ein neuer Text erscheint, Bücher herauszugeben und Lesungen zu organisieren. Das ist die Prosathek. Und ich habe sie mit meinen Kommilitonen 2015 in München gegründet.

Im April kommt sie nach Mainz. Anlass ist unsere kommende

Lesung im Hugendubel in Mainz
am Freitag, dem 28.April 2017 von 17:30 Uhr bis 19:00 Uhr.
Eintritt frei.

Für das anschließende Wochenende werde ich in meiner Wohnung ein Matratzenlager einrichten, um mindestens sieben von uns hier in Mainz unterzubringen, denn wir sind arm und brauchen das Geld für Kaffee, Pizza und Alkohol, wir können es nicht in ein Jugendherbergszimmer investieren. Denn im Anschluss an unsere Lesung werden wir eines unserer legendären Prosathekswochenenden abhalten: Es wird lustig und turbulent, es werden sehr viele verrückte Ideen durchgespielt, Organisation oraganisiert, Pläne geschmiedet, es werden kreativer Input mit kreativen Output Hand in Hand gehen. Wir werden unsere nächsten Buchprojekte besprechen, unsere nächsten Lesungen (z.B. im Herbst in Bregenz) und unsere Pläne für die kommenden Jahre. Ich freue mich schon darauf, die Prosathek zum ersten Mal in Mainz Willkommen zu heißen!

Zeitungsartikel zu Annika Kemmeters Lesung in Bermbach

Heute ist im Wiesbadener Tageblatt ein Artikel zu meiner Lesung am vergangenen Samstag in Bermbach erschienen. Die Journalistin Marion Diefenbach lobt die „krimiähnliche Spannung“ und die „klare Sprache“ in meinen Geschichten,  sowie die „originelle wie witzige Reihe an Gedichten“. Es freut mich, dass ich den Geschmack des Publikums getroffen habe. Auch für mich war es ein sehr schöner Abend!

Hier geht es direkt zu dem vollständigen Zeitungsartikel zu Annika Kemmeters Lesung in Bermbach.

Lesung in Bermbach

Ein wunderbares Publikum hat mich gestern Abend in Bermbach empfangen. Vielen Dank an alle Gäste, dass sie so zahlreich erschienen sind und so interessiert zugehört haben. Ich hatte die Ehre, mich mit einigen von ihnen nach der Lesung beim Fingerfood-Buffet noch zu unterhalten – über Spinnen, Kakerlaken und menschlichere Angelegenheiten. Es hat mir sehr viel Spaß gemacht und ich freue mich, dass der Abend so gelungen ist. Vielen Dank auch an Martina Göres und Gabi Ulbrich, die die Lesung ermöglicht haben.